Ferdinand Maria Baccilieri
italienischer Name: Fernando
Gedenktag katholisch: 13. Juli
Fest bei den Dienerinnen Mariens von Galeazza
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Bologna und im Servitenorden: 1. Juli
Name bedeutet: F: der friedliebende Kühne (althochdt.)
M: nach Maria
Ferdinand, einziger Sohn von Domenico Baccilieri und Leonilde Dalla Bona, die als wohlhabende Bauern ihre christliche Überzeugung lebten, hatte fünf Schwestern. Zur Erziehung wurde er nach Bologna ins Kolleg San Luigi der Barnabiten an der Kirche Sant'Antonio Abate geschickt, dann ins damalige Kolleg der Jesuiten - den heutigen Justizpalast - nach Ferrara. 1838 trat er in die Gesellschaft Jesu ein und lebte als Novize an Sant'Andrea al Quirinale in Rom; da er wegen seiner schwachen Gesundheit der harten Disziplin der Jesuiten nicht entsprechen konnte, musste er das Ordensleben unterbrechen.
Ferdinand kehrte nach Hause zurück und nahm dann am damaligen Priesterseminar in Finale Emilia und am Priesterseminar an der Kirche San Bartolomeo in Modena die philosophischen und theologischen Studien wieder auf, bis er 1844 in Ferrara zum Priester geweiht wurde.
Ferdinand wirkte dann als Pfarrer in Reno Finalese bei Modena und von 1844 bis 1851 als Lehrer und geistlicher Begleiter im damaligen Priesterseminar in Finale Emilia sowie als geschätzter Missions- und Fastenprediger. An der Universität im Palazzo Poggi in Bologna wurde er in Zivil- und Kirchenrecht promoviert; nebenbei arbeitete er ab 1851 als geistlicher Verwalter an der Pfarrkirche in Galeazza unter Bauern, Tagelöhnern und Handwerkern, die meist unter harten wirtschaftlichen Umständen lebten. Ferdinand gelang die moralische und religiöse Erneuerung dank seiner überzeugenden und offenen Worte und seines einfachen und arbeitsamen Lebens, das ganz auf das moralische und materielle Wohlergehen seiner Pfarrfamilie ausgerichtet war. 1852 wurde er dort zum Pfarrer ernannt und wirkte 41 Jahre bis zu seinem Tod. Andere Aufgaben, die seiner Bildung und seinen Fähigkeiten angemessener gewesen wären, hat er immer abgelehnt.
Schon am Beginn seines pastoralen Wirkens gründete Ferdinand eine Bruderschaft der Schmerzensmutter. Dem Servitenorden wollte er als Tertiar angehören, ebenso rief er in seiner Pfarre Galeazza eine Bruderschaft des Drittordens der Serviten ins Leben. Auf vielfältige Weise brachte er seine Marienverehrung in liturgischen Feiern zum Ausdruck und versuchte sie in den Herzen der Gläubigen zu festigen; aus der Betrachtung der Schmerzen Mariens sollten sie Kraft und Hilfe schöpfen. Bei seinem Tod sagte der Erzbischof von Bologna, dass Ferdinand aus seiner Pfarre Galeazza einen viel besuchten Wallfahrtsort gemacht habe.
Ein besonderes Anliegen war Don Ferdinando die Berufung der Laien. Er förderte ihre Mitarbeit durch die Gründung
verschiedener Verbände, so einer Kongregation von Serviten-Schwestern. Ihre Aufgabe war
der Unterricht in der christlichen Lehre, die Erziehung armer Mädchen, die Sorge um die Kranken, die Hilfe für die Bedürftigen.
Die ursprüngliche Gruppe von Tertiarschwestern fand sich 1852 zum gemeinschaftlichen Leben zusammen, wurde vom
Vatikan anerkannt unter dem Namen der Kongregation der Schwestern Servitinnen von
Galeazza
und verbreitete sich in vielen Ländern.
Am 1. Juli 1999 wurde Ferdinands Leichnam in eine Kapelle der Pfarrkirche von Galeazza übertragen.
Kanonisation: Papst Johannes Paul II. sprach Ferdinand Baccilieri am 3. Oktober 1999 selig.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 19.04.2023
Quellen:
• Provinzialat der Tiroler Servitenprovinz (Hg.): Serviten. Die Heiligen und Seligen des Ordens. Selbstverlag der Serviten,
Innsbruck 2011
• https://www.imagomundi.biz/ferdinand-hippolyt-maria-baccilieri - abgerufen am 19.04.2023
• https://it.wikipedia.org/wiki/Collegio_San_Luigi - abgerufen am 19.04.2023
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.