Unschuldige Kinder
Gedenktag katholisch: 28. Dezember
Fest
Fest II. Klasse Im alten Messbuch entspricht die II. Klasse einem Fest.
Die Feste II. Klasse werden auch in den geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit) gefeiert und verdrängen in der Osterzeit und in der Zeit nach Christi Himmelfahrt die Tagesliturgie.
im mozarabischen Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird.
Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten.
Ritus: 8. Januar
Übertragung der Gebeine von einem der Kinder ins Kloster nach Lagny: 2. Juni
bedacht im spanisch-mozarabischen Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird.
Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten.
Hochgebet
Gedenktag evangelisch: 28. Dezember (EKD, ELCA, LCMS)
Gedenktag anglikanisch: 28. Dezember
Gedenktag orthodox: 29. Dezember
Gedenktag armenisch: 8. Januar, 9. Mai, 29. Dezember
liturgische Feier am 3. Montag nach Pfingsten
Gedenktag koptisch: 20. September, 29. Dezember
Gedenktag äthiopisch-orthodox: 26. Dezember, 29. Dezember
Gedenktag syrisch-orthodox: 27. Dezember (Gedenken), 29. Dezember
An diesem Tag steht das Gedenken an die in Betlehem nach dem Bericht des Matthäusevangeliums (2, 16) auf Geheiß von König Herodes ermordeten Kinder im Mittelpunkt. Die Tradition nimmt an, dass es sich um Tausende Kinder gehandelt habe; die orthodoxe Tradition nennt die Zahl 14.000, die Koptische Kirche und die mittelalterliche Überlieferung der römisch-katholischen Kirche steigert dies bis hin zur symbolischen Zahl 144.000 (nach Offenbarung 7, 4 und 14, 1); die Armenische Kirche verehrt 462 unschuldige Kinder. In der katholischen Kirche wird das Kind Sicharius namentlich genannt und in der Abtei Saint-Pierre in Brantôme bei Périgeux verehrt.
Dass es einen solchen Kindermord tatsächlich gegeben hat, halten Historiker heute für außerordentlich unwahrscheinlich: Der Kindermord in Bethlehem – Faktum oder Fiktion?
Erstmals bei Irenäus von Lyon wurden die Kinder als Märtyrer verehrt. Auch Cäsarius von Arles und Augustinus haben die kindlichen Märtyrer gerühmt. In einem Kalender aus Verona Ende des 5. Jahrhunderts, dann 505 in einem Kalender aus Karthago - dem heutigen Vorort von Tunis - wird der Gedenktag im Anschluss an Weihnachten genannt.
Reliquien sind in Gallien bereits im 5. Jahrhundert bezeugt, auch in der Basilika Santa Giustina in Padua werden solche verehrt. Im Mittelalter wurde der Tag mit Mysterienspielen und in Schulen und Klöstern mit Kinderfesten begangen. Waisenhäuser wurden oft unter den Schutz der Unschuldigen Kinder gestellt.
Auf dem 6. Konzil von Konstantinopel, wurde
das festum puerorum
, das Fest der Kinder
verboten. Ursprünglich wurde dieses Spiel als ein Narrenfest
gefeiert, das möglicherweise in der Tradition orientalischer Narrenkönige, römischer Saturnalien und eventuell auch
keltischer Tiervermummung stand. Weder das Verbot des Konzils von Konstantinopel, noch die Verbote der
Konzilien von Basel oder Trient
haben die Tradition abschaffen können. Im 11. Jahrhundert wurde das Fest erstmals im Abendland - in
Rouen - gefeiert, es hielt sich in das 18.
Jahrhundert. Seit dem 13. Jahrhundert, mit der wachsenden Popularität des
Nikolaus als Schülerpatron, bürgerte sich der 6. Dezember als
Festauftakt ein, wobei die gesamte Feier entweder bis zum 28. Dezember dauerte oder aber am 28. Dezember abschließende
Feierlichkeiten stattfanden.
Das eigentliche Spiel bestand darin, dass die Schüler an Kloster-, Stifts- und Domschulen, mancherorts sogar die
KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, ang06.08.2023träger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.
selbst, einen Abt
oder Bischof
wählten, der ein pompöses Fest und pompöse Umzüge durchführte. Mancherorts
fanden auch in den Kirchen liturgische Feiern unter Leitung des Kinderbischofs
statt, der wie ein Bischof: mit
Chorkleidung, Mitra und Stab ausstaffiert war. Noch bis zur jüngsten Liturgiereform hieß es am Fest der Unschuldigen
Kinder im Introitus: Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen, o Gott, verschaffst du dir Lob, Deinen Feinden zum
Trotz.
(Psalm 8, 2).
Im Einflussbereich der Reformation verschwand das Fest im 16. Jahrhundert, in katholischen Gegenden das Brauchtum weithin spätestens während der Aufklärung. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurden neue liturgische Texte erarbeitet, der Tag wird mit Kindersegnungen begangen. Eine neue Bedeutung erlangte der Tag in den letzten Jahren als Tag der Mahnung zum Schutz des ungeborenen Lebens und Bußtag für die vielen Abtreibungen.
Bauernregeln:
Sitzen die unschuldigen Kindlein in der Kälte, / vergeht Väterchen Frost nicht in Bälde.
Habens die unschuldigen Kindlein kalt, / so weicht der Frost noch nicht so bald.
Schneit's am Unschuldigen Kindel, / fährt der Januar in die Schindel.
Der Kindermord in Bethlehem – Faktum oder Fiktion?
Web 3.0 - Leserkommentare:
Jeder Blick auf eine beliebige Nachrichtenseite im Internet offenbart, daß die aufgeklärten
Gesellschaften
der Gegenwart von schwersten Neurosen, wenn nicht gar von fortschreitendem Irrsinn befallen sind.
Keine Untersuchung erhellt, welchen Anteil der gesellschaftlich sanktionierte millionenfache Kindermord an den
kollektiven Wahnerscheinungen hat. Tatsächlich gilt ja bereits die Diagnose und Untersuchung des postabortiven
Syndroms
auf individueller Ebene als frauenfeindlicher Angriff
auf die Grundlagen der westlichen
Werteordnung
und wird daher als Thema für die Wissenschaft missbilligt oder rundweg ausgeschlossen. Wie stark das
von der Kultur des Todes errichtete Tabu auch in kirchliche Bereiche hineinwirkt, ahnt man, wenn auf
katholisch.de das heutige Fest der Unschuldigen Kinder nur unter Vergessene
Feste in der Weihnachtszeit
vorkommt.
Das Thema ist peinlich - bis hinein ins Ökumenische Heiligenlexikon, in
dem der ansonsten unbekannte Wiener Amateurhistoriker Helmut Bouzek dem Herodes Motiv, Willen und Macht
zu einer
derartigen Gewalttat abspricht und den biblischen Bericht des Matthäusevangeliums als reine Legende abtut.
Der im 4. Jahrhundert lebende spätantike christliche Dichter Aurelius Prudentius Clemens hat in seinem großen Gedicht zum Weihnachtsfestkreis Quicumque Christum quæritis auch den Kindermord von Bethlehem in erschütternde Verse gebracht - seine Fähigkeit zur Empathie war offensichtlich größer als die einer Gegenwart, die den Baalskult der eigenen Gesellschaft ebenso verdrängt wie – vielleicht auch deshalb – den Massenmord der Boko Haram an Schulkindern in Afrika.
Voll Furcht vernahm es der Tyrann,
daß der König der Könige gekommen sei,
der das Geschlecht Israel regieren
und das Königtum Davids besitzen soll.
Außer sich von dieser Nachricht rief er aus:
Ein Nachfolger erhebt sich, uns zu vertreiben,
Wachen, eilt und zückt das Schwert
und tränkt die Wiegen im Blut.
Tötet alles, was an Kinder männlich ist,
forscht, was die Ammen in ihrem Schoß halten,
und an der mütterlichen Brust
röte das Blut der Bübchen euer Schwert.
Verdächtig des Hochverrats erscheint mir
zu Bethlehem jede Wöchnerin,
und daß mir keine heimlich
mit ihrem Jungen unbeschadet davonkommt!
Da durchbohrten die Schlächter
tobend mit blanken Schwertern
die gerade erst geborenen Leiber
und schnitten das junge Leben ab.
Kaum fanden die Mörder
an den kleinen Körper den Ort,
wo sie zustoßen sollten,
da doch der Dolch gröber als die Kehle ist.
Was für ein barbarischer Anblick:
ein Schädel, zerschmettert an Felsen,
verspritzt das milchweiße Hirn,
und speit die Augen aus wunden Höhlen.
Oder dort, ein zitterndes Kind,
geschleudert in einen tiefen Strudel,
dem in der zarten Kehle,
Wasser und Atem sich röchelnd vermischen.
Seid gegrüßt ihr Märtyrerblüten,
ihr, die euch an der Schwelle zum Leben
der Verfolger Christi niederstreckte
wie der Wirbelsturm die knospenden Rosen.
Ihr zarte Herde der ersten,
die für Christus zu Opfern wurden -
vor seinem allerhöchsten Thron spielt ihr nun
in kindlicher Einfalt mit Palme und Kronen.
Den ganzen Text in Latein und Deutsch bietet das
Hymnarium. Die
authentische Position der Kirche und ihre bedingungslose Absage an die Kultur des Todes
hat Papst
Johannes Paul II. in seiner großen Enzyklika
Evangelium
Vitæ
zum Ausdruck gebracht.
Michael Charlier, Motu-proprio: Summorum-Pontificum, per E-Mail mitgeteilt am 27. Dezember 2015
Die Abschlachtung der unschuldigen Kinder
durch Herodes wird in diesem Artikel als
unhistorisch bezeichnet …
Da liest sich der Artikel auf wikipedia m.E. nach besser:
de.wikipedia.org/wiki/Kindermord_in_Betlehem.
Um 400 n. Chr. berichtet der römische neuplatonische Philosoph Ambrosius Theodosius Macrobius, dass
Augustus, als er davon gehört hatte, dass Herodes alle Jungen in Syrien unter dem Alter von zwei Jahren töten
ließ und dabei auch sein eigener Sohn umgebracht worden sei, kundtat: Bei Herodes ist es besser, sein
Schwein (hyn) zu sein als sein Sohn (hyión).
Gottes Segen,
Pater Elias Blaschek OCist vom Zisterzienserkloster Stiepel in Bochum über E-Mail, 28. Dezember 2013
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- zuletzt aktualisiert am 06.08.2023
Quellen:
•
• http://www.bauernregeln.net/dezember.html nicht mehr erreichbar
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler,
Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb.
Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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